inside DZPG MindMatters - ECS Projects (E22): Dr. Corinne Neukel / Mannheim/Heidelberg/Ulm
Shownotes
Am DZPG Standort Heidelberg beschäftigt sich Dr. Corinne Neukel mit schwierigen Gefühlszuständen, genauer mit Ärger und Stress. In dieser ECS Projects Folge gibt sie Einblicke in gleich zwei Forschungsprojekte: Im ersten geht es um Ärgerrumination, vor allem im Rahmen der Borderline-Persönlichkeitsstörung. Im zweiten wirft sie einen Blick auf den Zusammenhang von Stress bei Eltern und ihren Fähigkeiten, die eigenen Kinder zu verstehen. Von Corinne erfahren wir, wie sie in diesen Projekten mit Erfahrungsexpert:innen zusammenarbeitet, wie sich Ärger, Stress und soziale Schwierigkeiten überhaupt messen lassen und wie man als Wissenschaftlerin Unterstützung für die eigene Arbeit erhalten kann.
Zentrale Themen:
- Corinnes Arbeit zu Ärgerrumination
- Ihre Zusammenarbeit mit Erfahrungsexpert:innen für das Projekt
- Der Mehrwert von Erfahrungsexpertise in der Forschung
- Corinnes Projekt zu elterlicher Mentalisierung
- Tipps und Tricks für das Einwerben von Fördermitteln in der Forschung
Über das Format: In inside DZPG MindMatters stellen wir Menschen (people), Projekte (projects) und Forschungserkenntnisse (products) der verschiedenen DZPG Standorte vor. Ziel der ECS (Early Career Scientists) Formate ist es, die ECS des DZPG zu vernetzen und untereinander über Initiativen und Forschung zu informieren. Dafür sprechen Dr. Simone Behrens und Dr. Lydia Kogler mit ECS von allen Standorten über ihr Engagement, ihre Forschung und ihre Rolle innerhalb des DZPG. Mit diesen Formaten soll der Austausch unter den ECS gefördert und ihre Perspektive in den Mittelpunkt gestellt werden. Meldet euch gerne bei uns (Simone und Lydia), falls ihr selbst gerne euch, euer Engagement oder eure Forschung vorstellen möchtet, oder eine:n ECS für den Podcast vorschlagen möchtet.
Quellen, Links, Literatur: Kontakt Dr. Corinne Neukel: corinne.neukel@med.uni-heidelberg.de Dr. Lydia Kogler und Dr. Simone Behrens: lydia.kogler@med.uni-tuebingen.de simone.behrens@med.uni-tuebingen.de dzpg-academy@med.uni-tuebingen.de
Transkript anzeigen
00:00:07: Hallo und herzlich willkommen, liebe Zuhörerinnen!
00:00:11: Heute melden wir uns wieder aus dem Studio der Kommt.
00:00:13: Der Core Facility Medientechnik Medizin Tübingen.
00:00:16: Wir sind
00:00:17: Dr.
00:00:17: Simone Behrens Und
00:00:18: Dr.
00:00:18: Lydia Kogler vom Standort Tübingen und moderieren heute als Early Career Scientists also ECS den Podcast Inside DZPG Mind Matters.
00:00:29: Wir interviewen für Sie und euch interessante ECS aus allen Standorten zu sich und Ihrem beruflichen Engagement und auch zu ihrer DZPG-Forschung.
00:00:38: Hierfür haben wir heute wieder Dr.
00:00:40: Karin Neuklin vom DZBG-Standort Mannheim Heidelberg-Ulln bei uns, heute ist der May, Mai, Zwei-Tausendzechsundzwanzig.
00:00:49: Und wir sprechen heute mit Karin über ihre Forschung und ihre DZSBG Förderung.
00:00:56: Hallo, Karin!
00:00:57: –
00:00:57: Hallo ganz viel Dank von meiner Seite für die Einladung.
00:01:01: Ich
00:01:01: stelle ich jetzt auch noch mal kurz vor.
00:01:03: Wir kennen dich schon aus der letzten Folge, da kann man natürlich auch gerne reinhören.
00:01:07: Corinne ist Wissenschaftlerin und auch abprobierte Psychotherapeutin in Heidelberg.
00:01:13: Sie forscht aktuell als Postdoc zu Mechanismen die soziale Schwierigkeiten bei psychischen Störungen zugrunde liegen.
00:01:21: Sie isst Expertin für die Bordeler in Persönlichkeitsstörung und verbindet hierbei ihre neurowissenschaftliche und psychotherapeutische Expertise.
00:01:31: Sie erforscht zudem den Zusammenhang von belastenden frühkindlichen Erfahrungen, deren Auswirkungen auf die spätere Interaktion zwischen Mutter und Kind.
00:01:42: Corinne beschäftigt sich auch damit wie Psychotherapie diese Schwierigkeiten effektiv lindern kann und gleichzeitig leitet sie seit Jahrzehnt zwanzig die Spezialambulanz für Menschen mit Persönlichkeits- und Traumavollgestörungen.
00:01:56: Karin hat im Laufe ihrer wissenschaftlichen Karriere schon zahlreiche Drittenmittelprojekte eingeworben, das DZPG hat sie dabei unter anderem bei der Vorbereitung eines Projektes zur Borderline Persönlichkeitsstörung unterstützt.
00:02:10: Kannst du uns vielleicht ein bisschen was über dieses Projekt und auch über die Vorbereitungsphase erzählen?
00:02:17: Ja, sehr gerne.
00:02:18: Das ist ein Projekt was sich beschäftigt mit Ärgerumination?
00:02:24: Ärgerummination ist so ein unproduktives Nachdenken über ärgerliche Situationen also dass man an denen noch so hängen bleibt und immer weiter drüber nachgrübelt.
00:02:35: uns ist eine Hypothese das das ein Mechanismus sein könnte der zu aggressiven Verhalten auch führen kann bei Menschen mit einer Bordlein-Persönlichkeitsstörung in einer DFG geförderten Studie an, sowohl auf neuronaler Ebene im MRT-Scanner.
00:02:52: Also was passiert im Gehirn wenn man ärgerlich wird und wenn man dann irgendwie noch so weiter darüber nachdenkt rumminiert?
00:03:00: Und KollegInnen in München und Würzburg, die haben noch einen Schwerpunkt auch sich das im Alltag anzuschauen mit EMA Mobile Sensing.
00:03:07: Also wir gucken uns das wirklich multimethodisch an in dieser Stichprobe.
00:03:12: EMA und Mobile Sencing, das hatten wir auch schon mit Johannes Wolff.
00:03:16: Noch zur kurzen Erklärung, EMA ist im Alltags so eine Art digitales Tagebuch richtig wo man bestimmte Dinge erfasst und Mobile-Sensing würde dann spezifischer wahrscheinlich ... Daten, wo die Personen unterwegs sind.
00:03:30: Wie viele Schritte sie gehen vielleicht?
00:03:31: Je nachdem was man mit erfasst bei so Datenerhebung beinhaltet.
00:03:37: Genau.
00:03:37: Also immer sind immer aktive Abfragen im Alltag und man selber einen kurzen Fragebogen paar Fragen beantwortet als Teilnehmer.
00:03:45: Und Mobile Censing das sind eher passive Daten genau wie du gesagt hast, wo man ist oder sowas.
00:03:50: Du hast in diesem Projekt ja auch mit Erfahrungsexperlinen zusammen gearbeitet oder vielleicht macht ihr es auch immer noch.
00:03:57: Willst du dazu kurz was sagen, wie diese Zusammenarbeit zustande kam oder wie man sich das konkret vorstellen kann?
00:04:04: Also wie das zustande kam ist, dass ich gesagt habe da kommt eben auch so meine klinische Seite wieder rein.
00:04:11: Dass ich gesagt hab wenn wir jetzt im MRT-Scanner Ärger auslösen wollen, wie macht man das?
00:04:16: Daher nutzen wir so Skripte die eingesprochen werden und die sich die Leute dann anhören.
00:04:21: also es sind keine individualisierten Skrifte aber... Und das war uns ganz wichtig!
00:04:25: Das sollten natürlich schon Situationen sein, Skriften von Situationen für Patientinnen mit einer modernen Persönlichkeitsstörung eine Relevanz haben.
00:04:34: Also jetzt nicht was, was ich mir ausdenke irgendwie okay was könnte einen ärgern im Alltag?
00:04:39: Sondern das sollte schon dann eben diese Alltagsrelevanz für die Betroffenen haben.
00:04:43: und so kam es zustande dass sich sage wir müssen der Erfahrungsexpertinnen dazu holen.
00:04:48: Und genau da hat mich das DCPG bei unterstützt.
00:04:51: Dass ich da dass ich das noch machen konnte bevor dieses DFG Projekt losgegangen ist Und da haben wir eben mit Patientinnen, die hier aktuell in Behandlung waren.
00:05:02: Wirklich kurze Interviews geführt und die gefragt was macht sie im Alltag ärgerlich?
00:05:08: Wie fühlt sich das dann an?
00:05:11: Da sind ein paar standardisierte Skripte draus geworden, die von Schauspielern eingesprochen wurden.
00:05:18: Die jetzt in der aktuell laufenden Studie auch verwendet werden.
00:05:21: D.h.,
00:05:21: die Proband-PatientInnen hören dann im ... FMAC-Scaner oder MR-Scanner, diese Nachrichten der Schauspieler und reagieren dann tatsächlich verärgert im Scanner.
00:05:33: Genau, also das noch ganz sicher kann ich nicht sagen.
00:05:36: Ja
00:05:36: gut ist es doch im Laufen verstehe okay?
00:05:39: Aber dass ist das Ziel und so was ähnliches ist vorher auch schon mal gemacht worden.
00:05:43: Also dass das funktioniert, dass solche Skripte-Ärger auslösen, das weiß ich genau.
00:05:50: Und jetzt haben wir eben noch diese zusätzlichen Skripta die eben auch nochmal spezifisch sind.
00:05:54: Das sind immer so interaktionelle Situationen.
00:05:58: Da geht's nicht um... Ich habe den Bos verpasst oder so, sondern ganz viele Situationen im Freundeskreis.
00:06:06: Oder mit der Arbeit.
00:06:08: So ein wiederkehrendes Thema.
00:06:09: was in den Interviews da kam war ich werde gar nicht gewertschätzt meine Arbeit wird abgewertet aber auch nicht nur für die eigene Person Sondern eine Situation Die uns beschrieben wurde die wir auch aufgenommen haben war Da wird über eine andere Person gelestert die nicht dabei ist und das findet man Ganz unfair und ärgert sich darüber Und die hört man dann, die sind eben standardisierte Skripte und man wird aber instruiert sich das so vorzustellen als würde einem das selber gerade passieren.
00:06:36: Als würde man das gerade erleben ist also auch in der Ich-Form eingesprochen.
00:06:41: und die hört man dann über so Kopfhörer während man im MRT-Scanal liegt und stellt sich das dann vor.
00:06:47: Und gebt ja auch Tipps.
00:06:50: Das regulieren kann die Ärgerumination oder das Krübeln über ärgerliche Situationen.
00:06:54: Das ist ja genau so, die experimentelle Seite ist dann dass wir nachdem dieses Kript gelesen wurde, den Ärgero induzieren sollte, dass wir dann ja experimentell quasi variieren was dann als nächstes gemacht wird.
00:07:08: Das heißt wir geben dann Prompts auch wieder über einen Bildschirm für Ärgerummination Also, dass man noch mal über das nachdenken soll wie unfair das war und so.
00:07:16: Und wie man sich geärgert hat oder wir geben Prompts für eine Ablenkung also da wirklich sowas überhaupt nichts damit zu tun hat sich nochmal vorstellen wie der Supermarkt um die Eccles eingerichtet ist oder sowas.
00:07:29: Ich
00:07:29: glaube ich habe Ideen was die Hypothese ist was den Ärger verstärkt oder auch nicht.
00:07:34: Also ich glaube wahrscheinlich alltagshilfreich ist wahrscheinlich eher sich auf den Supermarkt zu fokussieren und möglichst schnell einen Haken dranzusetzen.
00:07:39: Das wäre eure Hypothesie dann oder?
00:07:42: Genau, beziehungsweise die Hypothese ist vor allem auf diese Ärgerumination bezogen.
00:07:46: Das ist jetzt im MRT natürlich für kürz aber auch gerade im Alltag.
00:07:49: das wenn man sich ärgert und dann da immer weiter drüber rumminiert dass der Ärger einfach immer stärker wird und gleichzeitig so Kontrollfunktionen ihr abnehmen und dass dies dann dazu führen kann dass man aggressives Verhalten zeigt Sodass der sich immer weiter aufbaut und es dann wirklich wie so ein Abbau dieses Ärgers ist, dann aggressives Verhalten.
00:08:13: Und da sind wir gespannt ob wir das auch neuronal sehen können.
00:08:16: Ob mal ob's da eine Erklärung vergibt?
00:08:18: Ja, das glaube ich.
00:08:19: Da freue mich schon auf die Daten nach den Ergebnissen!
00:08:22: Wenn du in zwei Jahren auf dieses Projekt zurückschaust, woran würdest du denn den Erfolg des Projektes festmachen können?
00:08:28: In zwei Jahren sind wir durch mit der Rekrutierung.
00:08:31: Das wäre auf jeden Fall schon natürlich der erste Erfolg, den wahrscheinlich jeder dieser Studien schon gemacht hat, nachvollziehen kann.
00:08:37: und jetzt aber ein bisschen größer und weiter gedacht.
00:08:40: Was mir so eigentlich wichtig ist, dass wir wirklich in dieser Grundlagenforschung sind, was rausfinden zu Ärgeruminationen und wie die dazu beiträgt, dass es zu aggressiven Verhalten kommt und dass wir daraus Schlüsse ziehen können, wie man Betroffene unterstützen kann.
00:08:58: Also wie kann man mit Ärgerumination umgehen?
00:09:02: Wie kann man das in Interventionen einbauen, auch im Alltag unterstützen.
00:09:07: Vielleicht, wenn eine Person in eine brenzlige Situation kommt oder merkt ich immer viel.
00:09:12: Ich denke immer noch darüber nach was mich daran geärgert hat.
00:09:15: also wie kann man damit Interventionen auch reingehen?
00:09:18: Das ist natürlich das übergeordnete Ziel dieses Projekt.
00:09:21: Wenn wir das schaffen und da in zwei Jahren Erkenntnisse haben und wirklich etwas ableiten können dann bin ich richtig froh.
00:09:29: Hört sich super sinnvoll an!
00:09:30: Oder weil gerade diese sozialen Konflikte sind sehr häufig transdiagnostisch in Patientengruppen die wesentlichen Auffälligkeiten, oder?
00:09:41: Absolut.
00:09:41: Und wenn man in die Literatur geht auch sieht sind das häufig Schwierigkeiten, die sehr lang anhalten sind.
00:09:47: also während man zum Beispiel eine Stimmungsverbesserung schon sieht ist es aber was diese gerade die sozialen Schwierigkeiten in Interaktionen Das sind häufig Dinge, die einfach länger bleiben.
00:09:59: leider ja
00:10:00: Ich muss die ganze Zeit ein bisschen schmunzeln, wenn ihr immer von Patientinnengruppen berichtet.
00:10:06: Ich habe auch eine Weile soziales Kompetenztraining auch mal unterrichtet sogar und ich hab selten was unterrichtete wo es allen so leicht viel quasi im Sinne der Selbsterfahrung ist mit eigenen Situation zu unterfüttern.
00:10:19: also ich glaube man kann den Kreis größer ziehen.
00:10:21: das ist so ein Kontinuum.
00:10:23: Wir finden es in wahnsinnig vielen Patientinnengruppen, aber bei den ganzen anderen Menschen taucht das einfach nicht im Behandlungskontext auf.
00:10:29: Weil die da nicht sind?
00:10:30: Aber ich glaube ist das eigentlich was was wahrscheinlich fast alle Menschen irgendwie kennen in der einen oder anderen Ausprägung?
00:10:35: Ja
00:10:35: das glaub' ich auch und du hast etwas ganz ganz wichtiges angesprochen nämlich dieses Kontinuum also dieses Dimensionale dass es einfach unterschiedliche Ausprügungen gibt.
00:10:45: Das ist mir auch noch so.
00:10:46: ein weiteres Anliegen auch in der Forschung wirklich da auch diese transdiagnostischen Mechanismen anzuschreien und eben dieses dimensionale Continuum anzuschauen.
00:10:56: Da gibt es ja bei den Persönlichkeitsstörungen, das wird auch im ICD-ELF und dem alternativen Modell der DSM V bewegen wir uns ja auch hin und wirklich weg von diesen Kategorialdiagnosen.
00:11:07: Und ich finde das total sinnvoll weil man Funktionsbeeinträchtigung auf einem Kontinuum beschreiben kann und auch Trades beschreiben können.
00:11:16: Und natürlich hat jeder Mensch eine Persönlichkeit und eine Ausprägung auf einem Trade, ja?
00:11:20: Und wann wird das mit Störung wenn mir das Schwierigkeiten macht im Alltag, wenn es zu Funktionseinschränkungen führt oder zu Leid?
00:11:29: Kurze
00:11:29: Erklärung des ICD-ELF ist das Diagnostikmanual, dass in den nächsten Jahren auch in deuter Versionen vorliegen wird und soll Diagnostik mit dem ICD-X ersetzen soll.
00:11:44: Corinne, du hast ja eben schon erzählt wie schwierig das eigentlich war diese theoretischen Paradigmen dann in das MRT reinzubekommen was eine recht künstliche Situation ist.
00:11:54: man liegt irgendwie still es ratt hat irre laut Man darf sich nicht bewegen und trotzdem soll man möglichst authentisch und normal reagieren.
00:12:02: Würdest du sagen, das war schon das Haupthindernis im Projekt?
00:12:05: Das habt ihr jetzt Gott sei Dank gelöst und ab jetzt wird es laufen.
00:12:08: oder gibt's andere Hürden oder Schwierigkeiten die da noch lauern und für die man gute Lösungen finden muss?
00:12:15: Ich fange mit einem allgemeineren Part der Antwort an weil ich finde du hast da was ganz wichtiges gesagt.
00:12:19: ja genau also dass in die inter-experientellen Paradigme zu bringen ist gar nicht so leicht.
00:12:24: Und gerade im MRT, ich interessiere mich für soziale Interaktionen und für sozialen Dysfunktionen.
00:12:29: Da gehören ja eigentlich meistens zwei Menschen dazu.
00:12:33: Das geht ja im MRt.
00:12:34: Na ja gut!
00:12:35: Man kann Hyper Scanning machen aber wenn man sich wirklich das experimentell anschauen will hat man halt eine Person, die da alleine im Scanner liegt.
00:12:42: Ich habe auch versucht die Eltern-Kind-Interaktion reinzubringen zum Beispiel.
00:12:46: Also das ist ne riesige Herausforderung.
00:12:49: Wahrscheinlich können wir uns immer nur annähern und versuchen, so ökologisch valide zu sein wie nur irgendwie möglich.
00:12:54: Ansonsten herausfordernd ein Projekt aktuell Klopf auf Holz läuft das echt ganz gut!
00:13:00: Und habe ich jetzt keine größeren Befürchtungen was noch so auftreten kann gerade?
00:13:06: Und hast du den Eindruck dass dieses Zusammenarbeiten mit den Erfahrungsexpertinnen an dieser Stelle vielleicht tatsächlich auch der Schlüssel zur Lösung ist.
00:13:15: Auf jeden Fall ein Teil ganz wichtig, also man muss sich das auf Experiment-Ebene überlegen und eben dann diese ja wirklich diese Situationen da reinzubringen die im Alltag von den Patientinnen Erfahrungsexperten eine Rolle spielen.
00:13:30: Das ist schon mit einem Schlüssel, sonst sind wir einfach total weit weg von.
00:13:34: was passiert denn eigentlich und was ist relevant?
00:13:37: Absolut
00:13:38: ich erkläre nochmal kurz Hyperscanning.
00:13:40: das bedeutet doch einfach dass man zwei MR-Scanne hat und zwei Personen in zwei getrennten MR-Scanner gleichzeitig in einem Paradigma aufnimmt, oder?
00:13:51: Genau.
00:13:52: Es ist ja eine relativ neue Entwicklung dass wir die Betroffenen den so ausgiebig unsere wissenschaftlichen Überlegungen auch erklären und Meinungen einholen.
00:14:03: Also, wie ist deine Erfahrung?
00:14:04: Damit ist das im Wesentlichen mühselig.
00:14:07: Ist es im Wesentlichen gewinnbringend?
00:14:10: Ist von allem ein bisschen was ... Wie fällt so diesen Prozess ein?
00:14:13: Würdest du das gerne mehr sehen in der MRT-Forschung oder glaubst du, dass es hilfreich hat, das wirklich relativ punktuell zu nutzen?
00:14:21: Also stand jetzt find ich's mit meinen Erfahrungen wahnsinnig hilfreich und wichtig einer persönlichen Einstellung und wie ich mich damit fühle, ist es schon irgendwie ein besseres Gefühl nicht über jemanden sondern mit jemandem zu forschen.
00:14:38: Das finde ich total wichtig und verschiedene Expertisen einzubringen.
00:14:43: also Ich bringe die Expertise ein Wie können experimentelles Paradigme aussehen?
00:14:50: Was kann im MRT-Scanner funktionieren?
00:14:52: Da muss man ja gucken, was man kontrastieren kann zum Beispiel.
00:14:56: Also sowas das ist natürlich meine Expertise aber dann habe ich vielleicht eine Idee wie man so ein Experiment gut aufbauen könnte.
00:15:03: und wenn ich dann dass jemand der betroffen ist von der Erkrankung zeige und er sagt Ja Aber hell es hat ja wirklich gar nichts mehr damit zu tun Was eigentlich so meine Schwierigkeit ist Dann muss ich noch mal neu überlegen.
00:15:14: also da diese Expertisen zusammenzubringen Das finde Ich schon eine wahnsinnig sinnvolle Sache.
00:15:22: Absolut, mühselig fand ich es bis dato noch nicht.
00:15:24: Habt aber ja die Erfahrung auch wirklich in jetzt kleineren Projekten erst und nicht in wirklich sehr großen groß aufgezogenen Studien.
00:15:32: Vielleicht ist das da nochmal anders könnte ich mir schon vorstellen weil da ja sowieso noch mehr Meinungen dann zusammenkommen und natürlich immer noch eine Person mehr und noch eine Meinung mehr und nach einer Anmerkung mehr.
00:15:42: Das kann schon auch anstrengend sein.
00:15:44: Jetzt hattest du vorher schon erwähnt die Mutter-Kind Interaktion im FMRT-Scanner und dass das auch eine Herausforderung ist natürlich, die da hineinzubringen.
00:15:53: Jetzt werdet ihr ab Oktober wenn ich mich recht erinnere gefördert über das DZPG auch standortübergreifend zu also für ein Projekt zu dem Thema stimmt?
00:16:04: Möchtest du uns da was dazu erzählen?
00:16:06: Richtig sehr gerne!
00:16:08: Also das ist ein Projekt in dieser Wisionsförderlinie wo wir uns noch mal ganz spezifisch anschauen wollen, dass auch aus so eigenen Vorarbeiten erwachsen wie sich Stress auf älterliche Mentalisierung auswirken kann.
00:16:22: Vielleicht sage ich kurz ein bisschen was zu Mentalisierungen?
00:16:26: Ich habe nämlich auch einen Patienten letztes davon erzählt und der meinte dann zu mir das klingt ja schon so ein bisschen esoterisch.
00:16:32: Was ist denn das überhaupt?
00:16:33: Mentalisierung ist ja eigentlich etwas, was wir alle im Alltag ständig machen, nämlich über mentale Zustände von einem selbst und von anderen nachzudenken oder diese in Entscheidungen einzubeziehen.
00:16:48: Mentale Zuständen sind Gefühle, Gedanken aber auch Wünsche, Intentionen wirklich all diese Dimensionen.
00:16:55: und Mentalisierung ist also wenn man so will ein bisschen auf Englisch ein umbrella term wo ganz viele Aspekte sozialer Kognition auch darunterfallen wie Empathie, Theory of Mind Perspektivübernahme und bezieht sich aber eben nicht nur darauf, okay wahrzunehmen was in der anderen Person los ist sondern auch in einem selber.
00:17:16: In dem Projekt jetzt ganz spezifisch schauen wir uns die älterliche Mentalisierungskapazität an das heißt wie gut gelingt es einem Elternteil die mentalen Zustände des eigenen Kindes zu verstehen und zu reflektieren.
00:17:31: Und theoretisch gibt es da Ideen, dass gerade wenn man unter großem Stress steht und unter großm Überausel das eben kippt und Mentalisierung nicht mehr gut funktioniert.
00:17:43: Empirisch wissen wir dazu noch ziemlich wenig und deswegen haben wir diese Studie jetzt gestartet.
00:17:50: also wir wollen uns zum einen anschauen wie wirklich akuter Stress auf die älterliche Mentalisierung aus in Eltern mit einer psychischen Erkrankung, wir schließen hier Eltern mit der Angsterkrankungen und der depressiven Erkrankungen ein.
00:18:04: Und wir gucken uns auch die Auswirkungen von chronischem Stress an auf diese elterliche Mentalisierung.
00:18:10: Was ist ja chronischer Stress zum Beispiel?
00:18:13: Wir operationalisieren das über H-Cortisol.
00:18:16: Also Langzeitstress erhebte dann oder chronische Stress über H Cortisol.
00:18:20: Das heißt wie viel sich vom Hormon des nach stressreichen... Ereignissen ausgeschüttet wird im Körper, im Haar sich ansammelt.
00:18:30: Und die Mutter-Kind Interaktion?
00:18:33: Wie bringt ihr das dann in den MR-Scanner?
00:18:36: Also hier bringen wir nicht spezifisch die Interaktionen in den Scanners sondern wollen diese älterliche Mentalisierungsfähigkeit in den scanner bringen.
00:18:43: wir schließen hier auch Mütter und Väter ein tatsächlich nicht nur die Müttern Das ist auch eine wichtige Weiterentwicklung in dem Feld, wenn man so guckt über Jahre und Jahre wurden immer nur Mütter untersucht.
00:18:54: Und jetzt langsam fängt es an dass man auch die Väter einschließt ja auch ne Beziehung zum Kind haben.
00:19:02: genau was ich hier machen will ist diese ätherliche Mentalisierungsfähigkeit erfassen.
00:19:07: und wenn man sich Bestehende Empathie oder vor allem auch TV Off Mind-Paradigmen für den MRT Scanner oder überhaupt experimentelle Paradigmen anschaut.
00:19:16: Da gibt es einiges, die auch immer wieder so ein bisschen andere Subkomponenten erfassen.
00:19:21: was die aber alle eint ist dass das entweder sehr abstraktes Stimuli sind und welche Comics zum Beispiel oder sowas oder erwachsenen Stimuli zeigen, also Erwachsenenbilder, Gesichter von Erwachsenden so was.
00:19:37: Und das ist ja wirklich dann schon echt weit weg von entterlicher Mentalisierung.
00:19:41: und da haben wir hier ein neues Paradigma entwickelt, was eben Stimulie von Kindern zeigt genau.
00:19:49: Das sind so schwarz-weiß Zeichnungen von Kindern in unterschiedlichen Situationen ohne das Gesicht zu zeigen, dass nicht einfach eine Emotionserkennung stattfindet.
00:19:59: Sondern man überlegt, was geht in dem Kind vor?
00:20:03: Und so nähern wir uns der älterlichen Mentalisierung.
00:20:07: Da sind wir noch nicht ganz spezifisch für das eigene Kind.
00:20:11: Aber wir sind für diesen Elternbereich definitiv ökologisch valider als ein Paradigma zum Nutzen, wo es nur um Erwachsene wiedergeht.
00:20:19: In einem Kind geht vielleicht auch etwas anderes vor manchmal.
00:20:23: Alles Eltern, die teilnehmen oder sind es auch Personen ohne Kinder?
00:20:26: Hier haben wir nur Eltern drin.
00:20:28: Das ist so eine Pilotstudie erst mal umzuschauen.
00:20:32: okay sehen wir denn Auswirkungen von Stress?
00:20:34: wie gesagt da gibt's wirklich theoretisch ganz viel zu und empirisch fast nichts.
00:20:42: Karin du bist ja sehr erfolgreich auch im Einwerden von Trittmitteln.
00:20:46: hast Du vielleicht für andere ECS im DCBG Tipps für Antragstellungen und das Einwerben von Fördermitteln, um diese sehr wichtige klinische Forschung auch zu unterstützen.
00:20:59: Weinst du im Rahmen jetzt von die ZBG-Anträgen?
00:21:02: Ich
00:21:02: finde generell man kann immer dazu lernen!
00:21:05: Drittmitlein zu werfen.
00:21:07: Ganz gerne.
00:21:09: Ich glaube,
00:21:09: das klingt ganz... Das gilt sowohl generell als auch fürs DZPG.
00:21:13: was ich als total ja schon auch während so des Arbeitens an einem Antrag als total stimuliert und so empfunden habe ist sich zu vernetzen und es mit anderen gemeinsam zu machen und verschiedene Expertisen sei das inhaltlich oder methodisch zusammenzubringen.
00:21:28: Ich denke so kann man eben erstens wird so ein Anteil noch besser wenn man so unterschiedliche Expertisen mit einbringt.
00:21:34: Und so aus persönlicher Erfahrung, es macht auch einfach ein bisschen mehr Spaß zusammen sowas zu erarbeiten und an was zu schreiben als nur allein im stillen Kämmerlein.
00:21:42: Das ist vielleicht auch eine persönliche Vorliebe aber es ist irgendwie total stimulieren.
00:21:47: uns macht auch Spaß.
00:21:49: Vielleicht das als Tipp sich der Leute zu suchen die ihr auch Lust auf dieses Thema haben.
00:21:53: Sehr gute Stichwort.
00:21:54: wenn man jetzt hört und sich denkt Corinne ist super ich will unbedingt mit ihr zusammen arbeiten.
00:22:00: Wie kontaktiert man dich am besten?
00:22:01: Einfach deinen Namen in eine Suchmaschine eintippen und dir eine E-Mail schreiben oder was ist dir am liebsten.
00:22:07: Total gern per E-mail, wenn man meinen Namen eingepfindet, findet man auf jeden Fall meine E-Maile.
00:22:11: Und könnte man nicht auch beim Jahrestreffen oder beim ICS-Kongress vielleicht antreffen?
00:22:16: Klar!
00:22:17: Nächstes Jahr hören wir den ECS-Kongress bei uns am Standort in Mannheim.
00:22:21: Ja, also das wäre dann die perfekte Gelegenheit.
00:22:23: Habt ihr schon die Daten?
00:22:25: Also der wird stattfinden ungefähr wie eigentlich auch die letzten beiden nämlich vom Zweihnzwanzigsten bis Vierundzwanziger Februar.
00:22:31: Montag bis Mittwoch.
00:22:32: Der Dienstag, es würde ein voller Tag sein und dem Montag und Mittwocht ist so geplant sein dass man da vorher anreisen und am Mittwochnittag auch wieder abreißen kann.
00:22:40: Und ja, wir freuen uns total drauf und hoffen dass ganz viele ECS von den anderen Standorten nach Mannheim kommen werden.
00:22:47: Super!
00:22:48: Ja da freuen wir uns.
00:22:49: Ist
00:22:49: im Kalender eingetragen.
00:22:51: Das war schon wieder die heutige Folge von Inside the ZBG Mind Matters.
00:22:55: Danke dir.
00:22:55: Danke euch.
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