inside DZPG MindMatters - PI (E24): Prof. Peter Falkai / München/Augsburg
Shownotes
Am Anfang von Prof. Peter Falkais Forschungskarriere steht seine Faszination für die Funktionsweisen des menschlichen Gehirns. Im Gespräch mit Stephan Zipfel erzählt er, warum er damit Psychiater und nicht Neurologe geworden ist und wie sein Interesse an Themen abseits vom Mainstreams seine Karriere schon immer geprägt hat. Außerdem steht natürlich das DZPG im Mittelpunkt: Als einer der beiden aktuellen Sprecher:innen berichtet Prof Falkai von den Chancen, die das DZPG für die Erforschung psychischer Erkrankungen bietet und wir erfahren warum Translation und Zusammenarbeit so essenziell für das DZPG sind.
Zentrale Themen
- Prof. Peter Falkais Weg in die Wissenschaft und seine Forschung zu psychotischen Störungen
- Der Aufbau von Forschungsstrukturen und -netzwerken in Deutschland und international
- Prof. Peter Falkais Arbeit an der LMU und am MPI München
- Der Aufbau des DZPG Standorts München/Augsburg
- Das DZPG als eines der Deutschen Zentren für Gesundheitsforschung (DZG)
Über das Format: In inside DZPG MindMatters stellen wir Menschen (people), Projekte (projects) und Forschungserkenntnisse (products) der verschiedenen DZPG Standorte vor. Im Gespräch mit Prof. Stephan Zipfel berichten führende Wissenschaftler:innen und PIs von ihren Lebens- und Forschungswegen und ihrer Arbeit am DZPG.
Quellen, Links, Literatur: dzpg-academy@med.uni-tuebingen.de
Transkript anzeigen
00:00:08: Ja, hallo.
00:00:09: Wir sind wieder on-board DZPG Academy hier mit unserem Podcast Format und ich freue mich heute ganz besonders Professor Peter Falkei am Mikrofon mehr gegenüber aber in seinem Studio in München ersitzen zu haben.
00:00:30: Peter, ich freu' mich dass wir heute gemeinsam sprechen dürfen über dich als Person, warum und wie du in das Fach Psychiatrie um Psychotherapie gekommen bist.
00:00:44: Dann natürlich zu erfahren, wie sich über die vergangenen Jahre dein Standort entwickelt hat mit ja doch eine ganze Reihe von unterschiedlichen nicht nur Personen sondern auch Institutionen.
00:00:57: Und als letzten Punkt wollen wir heute auch natürlich in deiner aktuellen Funktion dich gerne befragen Sprecher gemeinsam mit Sylvia Schneider des DZBGs.
00:01:11: So und ich würde gerne starten, Peter, mit der Frage Wann hast du denn zum ersten Mal dran gedacht in das Fach zu gehen was du jetzt seit vielen Jahren auch schon maßgeblich mit gestaltet ist?
00:01:27: Ja erstmal lieber Stefan, vielen Dank für die freundliche Einladung und Moderation.
00:01:32: ja auf deine erste Frage.
00:01:34: Ich komme eigentlich aus der Neuroanatomie.
00:01:37: Ich habe schon im zweiten Semester eine sehr gute Neuro-Anatomievorlesung gehört von meinem dann später Doktorvater, der war Doppelfacharzt, war Neurologe und Psychiater und Neuro Anatom und konnte sozusagen mit beiden Händen mit Kreide Modelle zeichnen.
00:01:57: Das hat mich wirklich beeindruckt Und er hat Patienten mitgenommen in die Vorlesung, was auch ganz ungewöhnlich war.
00:02:05: Ich hatte dann schon im ersten Semester das Gefühl ja ich möchte gerne etwas über Gehirnfunktionen.
00:02:10: wie funktioniert das eigentlich wenn Menschen denken?
00:02:13: Wenn Menschen fühlen und ich bin dann gleich im ersten semester zu ihm hin und habe ihn gefragt ob ich bei ihm eine Doktorarbeit machen könnte.
00:02:24: gut er hat dann freundlich.
00:02:26: wir waren gesagt Ja das ist ja nett aber Machen Sie doch erst mal ein Seminar bei mir.
00:02:31: Dann habe ich bei einem seiner Assistenten einen Seminar gemacht und habe eine Seminararbeit zum Thema Morbus Parkinson geschrieben.
00:02:39: Ich erinnere mich, meine Bude war voll mit Literatur – ich habe wahrscheinlich achtzig Prozent der Dinge gar nicht verstanden, die ich da gelesen habe.
00:02:45: aber hab die gemacht, die war auch sehr gut und habe sie abgeliefert.
00:02:48: und dann bin ich wieder zu ihm hin und sage ja jetzt habe ich die Seminarbeit gemacht
00:02:53: usw.,
00:02:53: ich würde gerne Doktor arbeiten.
00:02:55: Gut.
00:02:56: Dann dachte er, na der Isarbazé hat mich dann zum Assistenten gebracht, der mich ja später eigentlich promoviert hat.
00:03:03: Bernhard Bogerts, der dann Ordinarius wurde in Magdeburg und ... Ja, der hat gesagt eine Doktorarbeit habe ich aber nur im Bereich, also fragte Parkinssonn interessiert, ja, aber nur am Bereich der Schütze Frunni.
00:03:16: Da hab' ich gesagt warum nicht?
00:03:18: Das ist ja ne Denkstörung, wusste ich ja so.
00:03:20: Und das wird mich ja interessieren!
00:03:23: Und so habe ich angefangen.
00:03:24: Eigentlich recht früh.
00:03:26: Während meine Studie ums Parallel habe ich mich mit hirnstrukturellen Veränderungen bei eben psychiotischen Erkrankungen beschäftigt, hab sehr viel sozusagen auch am Wochenende im Urlaub und so weiter gemacht und erinnere mich dass das gerade weil dem Psychosen eigentlich langweilig war ne?
00:03:43: Man hat ins Gehirn geguckt und hat eigentlich nicht viel gefunden.
00:03:46: Ich bin dann immer auf den Dachboden gegangen da gab es die große Hirnsammlung demenziellen Erkrankungen geguckt, weil da konnte man sofort sehen, da passiert etwas.
00:03:56: Also im Sinne einer Pathologie.
00:03:58: Was mich auch beeindruckt hat aber bei den Menschen mit einer Schizophrenie das die Dokumentation, die klinische Dokumentations schon ich fach jetzt mal traurig war und auch besonders sagen wir mal gezeichnet die sind sehr krank und dann hat mein ins Gehirn geguckt.
00:04:12: wie kann denn das sein?
00:04:14: Ich erinnere mich dass ich so kleine Notizen beim meinen Zählungen gemacht habe immer am Rand.
00:04:18: besonders Wir haben hingeschrieben Verbindungsstörungen, so nannte ich das damals Fragezeichen.
00:04:26: Weil ich gedacht habe naja gut also wenn die Zellen einigermaßen intakt sind ja da muss ja irgendwas anderes sein, wenn die Leute so profund und lange Rede kurzer sind hat dann eine Promotion abgeschlossen beim Medizinstudium.
00:04:38: An dem letzten Jahr meines Medizinstudiums war ich dann ein Jahr in London bei Tim Crowe.
00:04:43: Das hat auch Bernhard Bogatz sozusagen vermittelt Und da habe ich richtig nochmal einen Schwung bekommen, was war einfach für mich ein Eldorado.
00:04:53: Sehr flachiger Arschien, die hatten aber damals schon einen Scanner.
00:04:56: Die haben hier Modell gemacht und biochemische Untersuchungen gemacht.
00:05:00: Aber was mich sehr beeindruckt hat, war diese sehr enge Verzahnung zwischen Klinik und Forschung um elf und um vier.
00:05:07: Hat man sich in der Mitte zwischen den Labors oder Kliniken getroffen auf eine Tasse Tee oder Kaffee?
00:05:12: Und das fand ich enorm anregend, nicht?
00:05:14: Dass man auf der einen Seite, wenn man gerade ein Patienten untersucht hatte oder dort geholfen hat und man ging dann Kaffee trinken.
00:05:19: Dann kam der Molekularbiologe und sagt, ich hab da ne ganz interessante Linkage befunden.
00:05:25: Dann hat er das einem erklärt.
00:05:27: Das fand ich für mich einfach ein wunderbares Modellwissenschaft zu machen.
00:05:31: Ich bin dann zurück nach Deutschland und habe dann sozusagen ... Bin ich eingetaubt gleich in die Psychiatrie weil ich wusste nicht, will ich noch Loke werden oder Psychiater werden.
00:05:40: Es musste was mit dem Gehirn sein.
00:05:42: Und bei der Neurologie damals fand ich die Wissenschaft nicht so spannend.
00:05:45: Das war sehr periphere Neurogien.
00:05:48: Dann hat mir Bernhard Bogerts, und das war der Einstieg gesagt, hör mal zu, mach doch in der Psychiatrie!
00:05:52: Da kannst du immer noch eine Neuro-Logie gehen.
00:05:54: So bin ich in der psychiatrie gelackt.
00:05:57: Jetzt hast du den Namen schon häufiger genannt?
00:06:01: Wir waren auch nicht beim Ort.
00:06:03: Du hast gestartet.
00:06:07: Und Düsseldorf war für dich ja der Einstieg ins Medizinstudium, glaube ich auch.
00:06:12: Und nachher in den Beruf und ich werde gerade noch einen kurzen Stück zurückfahren mit unserer Zeitmaschine.
00:06:20: das Motiv für dich Medizin zu machen.
00:06:24: Kannst du da noch was dazu sagen?
00:06:25: Er war
00:06:25: eigentlich ein Freund der Familie.
00:06:27: Der sozusagen ... Wir waren als Familien im Urlaub und er war Internist Und wir sind dann, wir nannten das Osterspaziergänge.
00:06:38: Wir haben uns über alles unterhalten und ich hab ihm da mal über Medizin erzählt.
00:06:42: Irgendwann hat er mich gefragt, ihr wollt so nicht in Medizin studieren?
00:06:45: Ja, ich sag warum nicht!
00:06:47: Also es war einfach irgendwie schon mit vierzehn, fünfzehn hatte ich das Gefühl, dass würde ich gerne machen also Menschen verstehen und wenn sie krank sind ihnen helfen.
00:06:57: Das war so ein Grundgefühl und der hat das verstärkt und er hat eigentlich auch das Mal benannt.
00:07:02: So bin ich eigentlich bei der Medizin gelandet
00:07:05: Und jetzt haben wir zwei Orte schon auf deinem Biografiestrahl, nämlich Düsseldorf und London.
00:07:13: Ich habe gelesen dass es dich durchaus nochmal nach England gezogen hat.
00:07:20: Genau vielleicht kannst du von der Zeit, weil das war ja durchaus auch eine etwas längere Zeit berichten.
00:07:27: Gut die londener Zeit, das ist die englandzeit?
00:07:29: Das ist ein Jahr gewesen.
00:07:31: im Endeffekt Im Endeffekt war das sozusagen eigentlich mein Piot, aber ich habe es eigentlich im Wesentlichen bei Tim Koh verbracht.
00:07:42: Ich habe aber tagsüber, wenn ich mal so sagen darf da die Innere gemacht und in einem großen Teaching-Hospital, Hermersmit Hospital, das fand ich auch sehr beeindruckend.
00:07:54: Aber eigentlich muss ich fairerweise sagen, ich bin dann immer ein Bus oder U-Bahn ... ins CAC, das ist also praktisch das Institut gewesen von dem Crow.
00:08:04: Und hab dann angefangen und habe dann meinen letzten Abschnitt meines Bjs ... ... hab ich dann in der Tat rein bei ihnen gemacht.
00:08:10: Also eigentlich, es ist eine Zeit ein ganzes Jahr gewesen.
00:08:14: Okay!
00:08:16: Ich kann mich auch noch sehr gut erinnern... ... ich hab nämlich diesen Studienabschnitt am Queen Square gemacht ... ... und war von daher auch damals schon begeistert mit welcher Präzisionen und Verständnis die ... Kollegen, die neurologischen Kollegen an der Stelle jeden kleinsten Reflex rausgekitzelt haben.
00:08:36: Und das auf der anderen Seite fand ich zumindest auch in natürlich aus einem Umgang mit Patientinnen und den Angehörigen, die respektvoll war.
00:08:44: also das war auch für mich damals eine richtige Zeit.
00:08:49: genau ja.
00:08:50: aber dann zurück hast grade gesagt ein Jahr Psychiatrie Dann war ja die Frage Neuro.
00:08:57: Ja,
00:08:58: dann bin ich eingestiegen und da war ein großer Glücksfall für mich, dass Bernhard Boogerts einen DFG-Antrag durchbekommen hatte.
00:09:06: Und da gab es eine Personalstelle.
00:09:10: Dieser Antrag war dafür da eigentlich ein noch anatomisches Projekt durchzuführen.
00:09:17: Dazu brauchte es mir natürlich auch ein entsprechendes nordhistorisches Labor.
00:09:21: Und er fing dann als junger Oberarzt an in Lüsseldorf bei Heinrich und fragte mich, komm noch mit.
00:09:28: Da machst du das ja Psychiatrie und du hilfst mir beim Aufbau des Labores.
00:09:32: So!
00:09:33: Und da hab ich dann einfach so eigentlich in einem Raum angefangen, wo nur Müll war aufgeräumt und Fenster geputzt, die Labormöbel vermessen und wirklich ein schönes histologisches Labor aufgebaut.
00:09:45: Das war auch eine sehr gute Zeit weil damals haben sie dort gearbeitet von Acht
00:09:51: bis
00:09:52: drei zehn Uhr.
00:09:53: Dann gab es zwei Stunden Mittagspause, weil das war Landes- und Hochschulklinie ist man nach Hause gegangen.
00:09:58: Und ich habe das dann immer so gemacht bin dreizehn Uhr ins Labor und bin sechszehn Uhr zurück und bin aber dann bis neunzehntin Uhr geblieben.
00:10:04: die anderen sind dann um achtzehn oder gegangen.
00:10:07: Das war schon recht früh für mich.
00:10:08: diese Mischung hat mir sehr viel Spaß gemacht also morgens die Patienten zu untersuchen und dann eben auch im Labor weiterzuarbeiten zu gucken, dass die MTAs die Schnitte machen.
00:10:19: Die ersten Schnitte dann auszuwerten.
00:10:20: Wir haben ja ganze Hinschnitte gemacht und eine Hirnsammlung aufgebaut.
00:10:24: Zumindest die Basis ist dort gelegt worden, die ist heute in Magdeburg, hat Berne Burgers mitgenommen.
00:10:30: Und dieses Projekt war zwei Jahre mit einer zweijährigen Option zur Verlängerung so das ich zwei Jahre voll wissenschaftlich tätig war.
00:10:39: Und sozusagen zwei Jahre halb, also halb auf Stationen.
00:10:44: Das war eigentlich für Ja, meine Abilitation.
00:10:50: Also da war nach einem Jahr ... Dann hab ich mir auch überlegt, da hab ich gedacht machste mal weiter was war zwei Jahre Psychiatrie?
00:10:56: und dann war es eigentlich Kurt Heinrich.
00:10:58: der kam dann und gesagt Herr Falker Sie haben das Zeug Ich könnte mir vorstellen sie zu habilitieren.
00:11:05: Und dann habe ich gedacht okay also werden die denken dass du hier etwas bringen kannst.
00:11:09: und dann habe mich intensiver klinisch mit sich hat er sich bin vom Hirn gekommen und habe dann intensiv angefangen, mich mit der Klinik auseinanderzusetzen.
00:11:17: Und hab dann wirklich Feuer gefangen, eine Liebe entwickelt zum einzelnen Patienten zu den Krankheitsbildern usw.
00:11:25: Und eben auch diese Verbindung.
00:11:27: Das hat mich ein Leben lang ja eigentlich begleitet also im Prinzip immer Lust am Wissenschaftlerinnen verstehen aber auf der anderen Seite vorm Patienten zu sitzen und zu denken das verstehst du jetzt nicht.
00:11:40: oder was ich auch immer wichtig finde, dass man dann doch ein gewisses Konzept hat und sagt aha der ist erkrankt mit achtzehn.
00:11:47: Dann gab es sozusagen eine gewisse Resilienzphase ne?
00:11:51: Dann kam aber so zu sagen noch mal Probleme mit der Freundin dazu oder im Studium Und einfach auch den Verlauf zusehen.
00:11:58: das hat mich dann auch besonders fasziniert.
00:12:00: und da immer die Biologie drunter.
00:12:01: Was passiert denn eigentlich?
00:12:03: Was kompensiert?
00:12:04: Was hilft?
00:12:05: Was macht einem hier einen Plastisch also aller Kürze.
00:12:10: Und jetzt haben wir ja auch jüngere Kollegen, Kolleginnen Early Career Scientist.
00:12:17: Die ja auch häufig brennen für ein Thema dann aber natürlich auch mal Rückschläge verarbeiten müssen und deswegen auch so an dich die Frage was ich beeindruckend finde bei dir ist ja dass du Ich sag jetzt mal Dinge auch aufgebaut hast in jungen Jahren, also von daher jetzt gar nicht in eine Position sozusagen wo es schon etabliertes Labor gab und du sozusagen einer von vielen warst.
00:12:47: Trotzdem im Rückblick ich meine das ist ja vieles oder das meiste bei dir rot gegangen sonst wärst du nicht da wo du bist.
00:12:55: aber im Blick zurück gab's auch Momente wo sich ja Hürden zumindest für eine Zeit auch mal ne Sackkasse auftragen.
00:13:05: Naja, also ich sag jetzt... Also meine erste Hürde war, dass sich mein erstes Paper Bernard Bogatz gegeben habe.
00:13:13: Hat er das überarbeitet und dabei mehr rot als sozusagen noch geschrift?
00:13:20: Und ich war entsetzt weil ich dachte, ich hätte ein gutes Paper geschrieben!
00:13:24: Dann hat er mir auf die Schulter geklopft und das war ganz wichtig und hat gesagt mach dir nichts draus Ich hab's nur genau angeschaut.
00:13:32: Aber es ist ein gutes Paper, so!
00:13:35: Und diese Mischung war glaube ich ganz wichtig.
00:13:37: um über die Ersetzen hinweg zu kommen.
00:13:42: Ich denke für mich ein wichtiger.
00:13:44: aber das hat gut funktioniert als Kurt Heinrich in Ruhestand ging und dann Wolfgang Gebel übernahm Düsseldorf.
00:13:51: Das ist ja schon immer schwierig nicht.
00:13:53: Neuer Chef besitzt seine Schwerpunkte.
00:13:58: Da hab ich dann schon auch überlegt, kann ich da bleiben?
00:14:00: Aber da habe ich Glück gehabt, dass sich von Anfang an gut mit sozusagen den Inhalten mit ihm als Person zurechtgekommen ist.
00:14:07: Er hat mich ja auch habilitiert und ich glaube das war so etwas.
00:14:12: Das andere wo ich heute restlospektiv sagen muss, kann man vielleicht anders machen.
00:14:17: Ich denke immer wieder im tiefsten Inneren hätte ich vielleicht anders.
00:14:21: Ich hatte dann noch mal die Möglichkeit in der USA zu gehen zwei Jahre Aber dann war sozusagen der Chefwechsel ganz frisch und da hieß es, naja wir brauchen sie als Oberarzt usw.
00:14:31: Da habe ich gedacht das machst du irgendwann mal!
00:14:32: Da kann ich immer nur den Tipp sagen also wenn man das Gefühl hat, man möchte gerne einen Auslandsaufenthalt oder in eine andere Arbeitsgruppe gehen... tut's!
00:14:43: Das bringt enorm viel.
00:14:44: Ich sehe das hier an den jungen Leuten, die ich begleiten habe und heute noch zähre ich von meinem Jahr London.
00:14:50: Wo ich sage es ist einfach für mich beeindruckend gewesen diese tollen Wissenschaftler auch mit denen zu interagieren ins Labor zu gehen dann einfach mal selber auch zum messen oder selber sozusagen einen Paper mitzuarbeiten.
00:15:03: Das fand ich also wirklich sehr schön!
00:15:05: Und eine ganz andere Kultur des Arbeits.
00:15:08: du hast ja gesagt Queen Square Und das würde ich sagen, eigentlich diese ein-zwei Jahre USA, die hätte ich mir eher zwei oder mehr.
00:15:17: Hätte ich mir im Nachhinein gedacht, das hättest du auch noch mal mitgenommen um einfach nochmal eine ganz andere Welt kennenzulernen!
00:15:24: Aber... Du hast ja gesagt, wo gibt es Widerstände?
00:15:27: Na ja gut.
00:15:28: Das sind dann die ersten abgelehnten Anträge oder das erste Paper.
00:15:32: was abgelehnt wird ist eine wichtige Sache.
00:15:35: des anderenes glaube ich wenn man Themen anpackt die nicht Mainstream sind.
00:15:41: und dann kommt die erste Kritik.
00:15:42: da kann vielleicht eine kurze Story sich erinnern mich.
00:15:44: Ich habe meine Habilitation abgegeben und hatte einen der Gutachter denn den Namen nicht und der hat sich das angeguckt und meinte dann am Schluss Ja ja, schöne Arbeit Kann ich unterstützen?
00:15:55: Und meinte er dann wortwörtlich, aber das mit der Schizophrenie.
00:15:58: Das führt zu gar nichts.
00:16:00: Sie müssen Demenzfasche machen.
00:16:02: Da kennt man wenigstens die Ursachen und da kann man sich langhangen, denn da gibt es eine Neurobiologie.
00:16:07: Bei der Sch?
00:16:08: schizophrenie kennt man nix!
00:16:09: Ich erinnere mich mit diesem Gefühl wie ich aus seinem Zimmer rausgegangen bin... ...und hab gesagt du blöder Kerl und ich bleibe doch bei der Sch.
00:16:16: schizophrenia.
00:16:18: Natürlich dieses Problem nicht, was wir alle kennen.
00:16:22: Dass es eben schon eine recht komplexe Erkrankung ist und mit Risikowaktoren usw.
00:16:27: Aber ich habe das dann so für mich behalten.
00:16:29: Und auch bei Entscheidungen, Wendungen... Ich hab dann angefangen, nämlich vor fünfzehn Jahren mit dem Thema Sport zu beschäftigen.
00:16:36: Da haben ja viele Leute gesagt, was soll denn das?
00:16:38: Das ist ja überhaupt kein Medikament.
00:16:40: Es ist keine Psychotherapie!
00:16:42: Was soll das denn?
00:16:43: Heute ist es etablierte Literatur nicht nur uns, sondern eben.
00:16:49: Also ich glaube dass man dem folgt oder das ganze Thema Inflammation, da hat man mir auch immer gesagt, Mensch Peter, also Psychose ist Inflammation.
00:16:59: Ich habe gesagt, nee wenn ihr mich fragt, ist das eher gestörte Plastizität.
00:17:04: Das hat mich eigentlich Leben lang begleitet bis heute.
00:17:08: Ja, wahrscheinlich ist es eine Untergruppe aber das sind so Dinge.
00:17:11: da habe ich mir dann immer gesagt war ich froh dass ich genug Schwung hatte sozusagen die eigene Idee und auch die Kritiken die wohl gemeint waren.
00:17:19: also Ich kann nicht sagen, dass das böse ist.
00:17:23: Aber einfach zu sagen, ich entscheide es für mich und dann ist das in Ordnung.
00:17:28: Natürlich bringt das einen auch zum Grübeln und auch in gewisse Teller wo man sagt, liege ich richtig?
00:17:34: Und plötzlich der Nachbar, der Konkurrent hat ein besseres Paper als man selber liege mit dem Thema und so weiter.
00:17:44: Folgen Sie Ihrer Intuition, folgen Sie dem Gefühl.
00:17:47: Natürlich muss man auch bereit sein wenn eine Hypothese, sag ich mal, tot-tot ist, der muss man die beerdigen und was anderes machen.
00:17:56: aber ansonsten finde ich es immer ganz wichtig einfach sich treu zu bleiben und zu sagen ja ich mache gute Wissenschaft, guck wie weit ich komme und bei aller Kritik bleibe ich dabei.
00:18:06: Genau und noch sind wir in Düsseldorf, aber du hast dich ja auf dem Weg gemacht.
00:18:11: Und zwar über mehrere Stationen und dann auch mit den nächsten Stationen ja auch mehr Verantwortung übernommen als entsprechend der Klinikdirektor.
00:18:23: die nächste Station bei dir war ja Hamburg.
00:18:26: Ich war vorher noch sechs Jahre in Bonn.
00:18:30: Der war ich jetzt C-III Professor und das ist auch darum Fügig sein, darum ist es eine wichtige Station.
00:18:37: Weil ich sage mal in Düsseldorf selber habe ich ja mit Bernhard Bogatz zehn Jahre zusammenarbeiten durfte bin dann nach Bonn gegangen und da muss man fairerweise sagen das sozusagen meine Hirnbiologischen Interessen ergänzt wurden durch eigentlich ein Reichtum an genetischer Forschung durch Wolfgang Meier und seine Arbeit Gruppe und da habe ich eine Art eigene Arbeitsgruppe, eigene Drittmittel eingeworben.
00:19:00: Und hab von Wolfgang Maier auch sehr viel gelernt über internationale Vernetzung, Großanträge schreiben
00:19:06: usw.,
00:19:07: insofern war das für mich ne prägende
00:19:08: Zeit.".
00:19:09: Dann kommt Homoxa – das war dann der erste großer Ruf mit einen Vierzig ... Und da bin ich auch sehr dankbar.
00:19:17: Das waren vier Jahre in einer relativ kleinen Fakultät, aber da hab' ich viel gelernt.
00:19:23: Hab' auch viel gelernt sozusagen wie man ... Ich sag jetzt mal so eine Klinik erfolgreich führt.
00:19:29: Auch wenn man Forschungsinfrastrukturen aufbaut nicht?
00:19:31: Also da hatte ich auch die Möglichkeit und habe Leute mitgenommen.
00:19:35: War ne gute und regende Zeit
00:19:36: muss man sagen.
00:19:37: Genau!
00:19:38: Und es ging ja dann, wie du sagst schon bald von Hamburg-Sah noch weiter...
00:19:43: Da ging's weiter
00:19:44: In den Norden.
00:19:47: Ja, das hat mich besonders gefreut muss ich sagen weil ich kannte natürlich von Bonn eine gewisse Größe.
00:19:52: Humburg war da kleiner aber wie gesagt klein und fein.
00:19:57: Göttingen natürlich für mich faszinierend auch überschaubar.
00:20:01: man konnte alles mit dem Fahrrad erreichen was ich also wenn man ist zum vorm Dekanat rübergefahren zum Präsidium hat schnell etwas abgegeben usw.
00:20:10: Alles mit einem Fahrrad.
00:20:11: Und die Nähe der Max-Planck-Institute.
00:20:14: Ja, also hinter unserer Klinik oder je nachdem ganz ordentlich gab es das Max-Spanck-Institut für exponentielle Medizin und da muss ich sagen dass ich... Das hat auch noch mal meine Göttinger Zeit sehr bereichert.
00:20:28: Die hatten einen Seminale, vierzehn Tage, da bin ich gerne hingegangen aber am Anfang wahrscheinlich sehr wenig Verstanden.
00:20:35: Nach und nach!
00:20:37: Wir haben eine gemeinsame Forschergruppe beantragt und auch durchbekommen.
00:20:40: Da war, denke ich auch die Unterstützung von Leuten wie Klaus Aminabe oder so ganz wichtig.
00:20:47: Und Göttingen war für mich eine sehr gute Dichtezeit.
00:20:50: Wir haben dann den DZNE-Standort dort beantragt und durchbekommen ... Ich hab ne Forschergruppe dort beantwortet und durchgekommen.
00:20:59: Ja!
00:21:00: Dann nach sechs Jahren noch fünf Jahre habe ich den Ruf halt nach München
00:21:03: bekommen.
00:21:05: Du hast ja noch ein Stichwort gerade benannt Max Blank weil Du nach München gewechselt bist an die LMU dort, jetzt sicher eine der bedeutendsten und größten und relevantesten psychiatrischen Lehrstühle.
00:21:20: Aber das wirst du uns vielleicht auch noch erzählen können weil das wäre ja eigentlich schon genug aber für Peter Falker genau dann doch nicht!
00:21:34: Was war neben der Größe, der Relevanz und der Historie dieser neuen Herausforderung für dich besonders spannend an München?
00:21:42: Vielleicht kannst du das nochmal sagen.
00:21:43: Also ich sage immer befasst es ohne dass sich da irgendein Standort in irgendeiner Art und Weise nicht ausreichend gewertschätzt wird.
00:21:53: aber für mich war Homburg Kreisliga, Göttingen Bundesliga und München Champions League.
00:22:00: und wodurch definiert sich das?
00:22:02: Das ist meiner Sicht exzellente Köpfe, sehr gute Forschungsstrukturen.
00:22:10: Und ich fand immer von Anfang an eine sehr konstruktive aber auch natürlich kompetitive Atmosphäre.
00:22:19: und also die Klinik selber war für mich immer München war ein Traum so nach Motto.
00:22:24: Also da wird wirklich tolle Forschung gemacht.
00:22:28: ja Wir haben immer geguckt, wie es was Hippios macht und so weiter.
00:22:32: Was Möller macht.
00:22:33: Es war sozusagen über etwas Besonderes Und das habe ich auch sehr schnell gesehen.
00:22:40: also einfach die hervorragenden Köpfe zum Beispiel der Oberärzte aber auch in den benachbarten Disziplinen Die hervorragenen auch Infrastrukturen und Köpfen dort und dass man sich auch wirklich faszinieren fand diese Breite nicht.
00:22:57: Also wir handeln ja.
00:22:57: zum einen die Tum Wo wir von Anfang an eine gute Verbindung hatten, LMU.
00:23:04: Dann sozusagen Helmholtz auch Reichtum an Methoden und Personen.
00:23:10: und dann schließe ich Max Blank.
00:23:12: Und ich meine gibt in Deutschland nur einen einzigen Standort der ein Max-Blank-Institut für Psychiatrie hat.
00:23:19: das ist halt München war für mich von Anfang einfach super.
00:23:23: also das alles gut erreichbar Und das hat sich dann eigentlich ausgezahlt.
00:23:31: Da habe ich das noch mal gesehen, als wir den DZBG-Antrag gestellt haben.
00:23:35: Also Deutschland und psychische Gesundheit für den Standort München Augsburg.
00:23:39: Ich hab dann gleich gesagt ja da müssen diese Plattformen rein.
00:23:43: Und da haben wir dann gesagt okay, wir nehmen fünf rein, da war dann TUMLMU Max Blank Helmholtz und wir haben die gerade im aufbaubefindliche Uni Augsbruck dazugenommen.
00:23:55: Darum ist es auch der Standort.
00:23:58: München Augsburg.
00:23:59: Und das finde ich nach wie vor wirklich toll, einfach in einer Umgebung zu sein wo es für jedes Thema wirklich interessierte gute Leute gibt und wo's auch eine wirklich gute Förderung gibt also für etablierte aber insbesondere auch für jüngere.
00:24:14: Jetzt hast du schon ganz elegant den Bogen gespannt in die DCPG-Welt.
00:24:20: und wie ist dazu kam?
00:24:23: man kann natürlich auch immer sagen ja München musste liefern, weil das war schon auch einer der gesetzten Standorte.
00:24:31: Aber du hast es ja gerade sehr beschrieben wie sozusagen diese einzelnen Institutionen gut mit komplementärer Expertise wahrscheinlich auch zueinander passen und vielleicht kannst du noch so uns teilhaben lassen an der Antragstellung, an der Idee-Setzung von München aus?
00:24:53: Also ich habe von Anfang an breit Versucht es einzuschließen, also beispielsweise an der LMU haben wir auch gleich gedacht.
00:24:59: Die haben eine hervorragende Department für Psychologie gesagt die sollen dazu wenn die Kinder und Jugendpsychiatra sozusagen angesprochen ja ich wusste das in der TUM die psychosomatik mit dabei ist als es war mir wichtig so zu sagen dass alles was psychisch angesprochen ist sind auch dazubekommen.
00:25:18: Und wir haben dann überlegt gibt es irgendeinen Kern?
00:25:21: der uns alle verbindet.
00:25:23: Wir nannten das denn den Kreis und wir haben dann gesagt, dass was München stark macht sind zum einen die Grundlagen also beispielsweise Max-Bank selber mit gehen umweltinteraktionen beispielsweise.
00:25:37: und dann haben wir gesagt als nächstes prädiktive Medizin ja also preventive und prädiktive medizin also beispielsweise Nikos Kuzulers aber auch andere.
00:25:47: Und dann haben wir gesagt, okay aber auch die Translation beziehungsweise Implementierung zum einen in klinische Studien und zum anderen in Leitlinien.
00:25:58: Da kam natürlich die Turm mit Stefan Leucht und anderen ins Spiel.
00:26:02: Das hat aus unserer Sicht, wie soll ich sagen, Diskussion, Stoff gegeben
00:26:08: usw.,
00:26:09: wo im Kreis sind wir dort?
00:26:11: Was ist das?
00:26:12: Wir haben versucht wirklich Mit sieben Projekten diese Breite abzubilden, war ein intensives Ringen plus die Infrastrukturen.
00:26:22: Aber das wars, dass wir gesagt haben, die Grundlagen mit einem präventiv-prediktiven Ansatz rein in die Implementierung.
00:26:32: Das haben wir gesagt.
00:26:32: damit bilden wir eigentlich relativ viel von dem Abwas München bieten kann.
00:26:38: Jetzt haben wir ja vorhin schon gestreift Max Planck und du Hast dann nicht nur die Nähe gesucht, sondern wurde es auch gebeten Verantwortung zu übernehmen.
00:26:48: Vielleicht kannst du das auch noch mal für den Nicht-Münchner beschreiben was das Besondere gerade an diesem einzigartigen Max Blank in München ist?
00:26:58: Ja, das war wie vieles im Leben eben auch Glück.
00:27:02: also da war halt eine Situation wo die Klinik im Institut sozusagen einen neuen Kann man mal erstlichen Leiter, braucht er auch relativ schnell.
00:27:13: Und zu dem Zeitpunkt hatten wir mit Elisabeth Binder schon ein gutes Verhältnis auf viel diskutiert in Bezug auf den Entstehung des DZPGs und dann hat sie mich gefragt was man da machen kann und ich habe nicht lang überlegt und hab gesagt ja also Kommissarisch kann ich euch da schon helfen?
00:27:32: Nur muss man es nicht fairerweise sagen!
00:27:34: Ich habe mir unter dem Kommissariat so ein zwei Jahre vorgestellt.
00:27:38: Danach hat das Kommissariat vor neunzehn bis vierundzwanzig gedauert, also fünf Jahre.
00:27:43: Aber ich empfinde es als ein besonderes Privileg, dass sich beide Welten kennenlernen durfte die einer exzellenten Universitätsklinik auf der einen Seite mit der Breite, die das natürlich hat von Sucht über effektive Erkrankungen bis hin zu Demenzpsychosen Mit Lehre und allem was dazugehört, was wir von unseren Kliniken kennen.
00:28:07: Und dann ein Forschungsinstitut, ja?
00:28:10: Also mit einer hervorragenden Grundlagenforschung.
00:28:14: Mit Spitzenforschern und da gibt's eine Klinik dazu.
00:28:18: Gibt es ja sonst nicht.
00:28:20: Normalerweise wenn man irgendwo im Ausland ... Da gibts vielleicht ne Tagesklinik oder es gibt ne Ambulanz.
00:28:25: Dann werden die Patienten rekrutiert für klinische Studien.
00:28:28: Oder wir kennen das ja super große klinischen Zentren.
00:28:31: Die haben im Keller irgendwelche Forscher.
00:28:33: Das ist jetzt mal etwas pulavisiert.
00:28:36: Und hier ist es einfach, ich sitze da auch im Augenblick.
00:28:39: Das ist mein MPI-Tach Freitag!
00:28:41: Und das ist aus meiner Sicht, ja jetzt neben mir sitzt Elisabeth Binderschricht gegenüber Nadingo Goller.
00:28:49: Ja eine beschäftigt sich mit Genumwelt die andere sozusagen mit Tiermodellen Verständnis von Angstkreisläufen etc.
00:28:56: und alles gut gekriegt war.
00:28:58: noch ein vierter Direktor.
00:28:59: Das ist natürlich einfach nochmal ganz anders.
00:29:02: da spielt einfach Wissenschaft auch nochmal in einer viel höheren Dichte Und darüber war natürlich auch ... Ja, ich finde das einfach sehr stabilierend.
00:29:11: Ich finde beide Bereiche toll und dass ich dann zwei Tage die Woche hier sein darf und drei Tage die woche sozusagen an der LMU ist für mich ein besonderes Geschenk.
00:29:22: Das muss ich einfach so sagen.
00:29:23: Jetzt waren wir gerade bei der Entwicklung des DCPGs.
00:29:27: Ich würde es aber gerne noch in einem anderen Kontext stellen, der glaube ich dich auch besonders ausmacht weil du auch ein großes Interesse an internationalen Netzwerken hast und insbesondere durch deine Verantwortung auch an verschiedener Stelle, insbesondere im europäischen Kontext aktiv bist.
00:29:48: Wie hast du diese Welt mitentwickelt?
00:29:52: Und wie passt sie sozusagen zu der anderen Welt über die wir gerade gesprochen haben?
00:29:57: Ja vielleicht ist ein bisschen der Hintergrund, wissen vielleicht viele da einen oder andere nicht.
00:30:02: Ich habe ja ungerische Wurzeln.
00:30:04: Also meine Eltern sind sechsundfünfzig aus Ungarn raus, aber die sind schon zweisprachig aufgewachsen, deutsch-ungerisch.
00:30:11: Ich bin auch zweissprachig aufgewachsen und für mich war das internationale immer ein Teil des Grunderlebens.
00:30:18: also wenn wir irgendwo uns als Familie getroffen haben hat man sich englisch unterhalten.
00:30:23: warum?
00:30:24: weil Ein Teil kannte kein Ungerisch und ein Teil konnte kein Deutsch.
00:30:28: Und also war Englisch die verbindende Sprache, also international denken und europäisch denken wenn ich das so sagen darf.
00:30:36: Das habe ich frühso kennengelernt sodass es für mich eigentlich auch immer sehr verständlich war die deutsche Psychiatrie im europäischen oder auch im größeren Kontext zu sehen.
00:30:50: Auf der einen Seite zu verstehen, wie macht ein Englender Psychiatrie?
00:30:54: Wie macht ein Franzose-Psychiatrie und so weiter in Italiener.
00:30:58: Und auf der anderen Seite natürlich auch zu gucken das ist das was wir uns ausmacht als deutsche Psychiatri.
00:31:05: Also wir haben ja eine lange Tradition die ihr gerne vergessen wird nicht.
00:31:08: Auch zum Beispiel Entwicklung gewisser psychopathologischer Kriterien Klassifikationssysteme usw.
00:31:16: Brauchen wir ja nur... Alzheimer zu nennen, Krepplin zu nenn'n und viele andere Griesinger wie sie alle heißen.
00:31:24: Da auch auf dieser Basis einfach zur Arbeiten zu denken und sich dessen bewusst zu sein das fand ich immer für mich wichtig.
00:31:33: aber umgekehrt auch immer zu gucken was macht der Andere?
00:31:36: Wie kann denn das sein?
00:31:38: sozusagen dass du hast von Queen Square gesprochen gibt's das IOPP ja also Institute of Psychiatry Psychotherapy Und ich glaube, Klinical New Sciences heißt das jetzt.
00:31:49: Die haben drei Hundert Millionen Drittmittel nicht?
00:31:51: Das ist einfach... Da gibt's nichts was nicht Exzellenz isst!
00:31:56: Wie machen die das?
00:31:57: Also mich interessiert oder NIMH schnellstens in Mental health?
00:32:01: unter Weinberge aber auch anderen habe ich immer gedacht Mensch super Was das für Papers sind und so weiter.
00:32:07: also das waren beide Aspekte auf der einen Seite zu ruhen Auf dem was wir aufgebaut haben als deutscher Psychiater und zu schauen was die Anderen machen.
00:32:17: Ich habe das gerne gemacht, ich war ja auch zwei Jahre EPA-Präsident.
00:32:22: Das ist einfach sehr bunt und ich bin jetzt Präsident der World Federation of Societies of Biological Psychiatry.
00:32:30: Da sieht man nochmal eine etwas andere Perspektive.
00:32:33: aber es geht aus meiner Sicht immer eigentlich darum letztendlich psychische Erkrankungen besser zu verstehen, besser zu behandeln und dieses Interplay zwischen Klinik und Forschung.
00:32:44: National, europäisch und weltweit immer sehr interessiert.
00:32:49: Und an der Stelle können wir auch den Bogen noch mal schlagen zum Gesamtnetzwerk DZPG wo du ja derzeit in Charge bist zusammen mit Silvia und vielleicht kannst du gerade so Stand sozusagen wo stehen bei der Zeit?
00:33:05: Was wären deine Impulse-Ideen, wo es noch hingehen könnte?
00:33:10: Ich habe vielleicht so drei Sachen, die mir spontan einfallen.
00:33:14: Das eine ist, ich glaube also für mich ist das DZ-Pregi eine ganz besondere Chance.
00:33:20: Dass wir mit dem Thema psychische Erkrankungen halt in die Liga der Erkankungen kommen, die offensichtlich ein Gedundheitszentrum bekommen dürfen – es sind ja nicht alle Erkranke.
00:33:30: Und somit finde ich kriegen die psychischen Erkränkungen auch noch mal ne Anerkennung.
00:33:36: Wo ich immer so das Gefühl hatte wie's nur die sechs Zentren gibt und gedacht wo sind eigentlich die psychisch kranken?
00:33:42: Ist da einer Aspekt!
00:33:44: Der Zweite ist, wofür hat man uns eigentlich eingerichtet?
00:33:48: Das ist ja auch so ein bisschen die Diskussion.
00:33:50: Gut wir werden begutachtet erst Mitte neunundzwanzig aber trotzdem haben sie auf den Weg gemacht und müssen da auch sagen wir mal Schritt für Schritt hinarbeiten.
00:34:00: Es ist Translation es ist sozusagen Die Arbeit die ist erlaubt von Mechanismen Von Ideen sozusagen die in den Menschen Und natürlich in die Klinik zu bringen.
00:34:12: Also, wie ich immer sage von Mechanismus dann zur Phase eins und dann von der Phase Eins wirklich auch in die Translationen bzw.
00:34:21: Implementierung reinzubringen.
00:34:24: Und da denke ich sind zwei wichtige Themen an denen wir jetzt im Augenblick auch arbeiten.
00:34:29: Das eine ist Studien zu machen, die letztendlich die Leitlinien verändern.
00:34:35: Eigentlich haben wir ja mit Visions II ganz gut hinbekommen.
00:34:42: Das andere ist Translation, aber die auch wirklich hinzubekommen.
00:34:47: Dass man sagt wie kann ich mit einer psychotherapeutischen Methode das Outkampf verändern?
00:34:54: Wie kann ich nachweislich die Qualität der Behandlung verbessern?
00:35:00: oder wie ist es mit der Prävention psychischer Erkrankungen?
00:35:06: Wie realistisch ist das und wo muss ich ansetzen?
00:35:08: was kann nicht tun?
00:35:09: oder dann auch diese ganzen Dinge erklären und in die Breite bringen, damit Menschen sagen ja wenn psychische Erkrankungen gut erklärt werden und sinnvoll beforst werden.
00:35:20: Denn ist es das DCPG was hier steht?
00:35:24: Und das dritte ist glaube ich auch hier im Konzert zu denken.
00:35:29: Das ist ja jetzt die Nummer, das Netzwerk Universitätsmedizin ist neu dazugekommen als wichtiger Player und ist jetzt auch substantiell finanziell unterstützt und entfristet.
00:35:41: Dass man sagt, komm, wo stehen eigentlich die Gesundheitszentren?
00:35:46: DZG ist inklusive dem DZPG.
00:35:49: Und wie passt das sozusagen in eine Landschaft herein?
00:35:53: Wo alle sagen, wir brauchen klinische Studien und große klinischen Studien.
00:35:56: Wir brauchen sie schnell und erfolgreich!
00:35:59: Ich glaube, es wird auch noch mal eine Herausforderung sein.
00:36:01: Und dann vielleicht zum Abschluss, glaube ich, was uns ja alle begleitet ... Das hat die Sprecher vor uns Andreas Marlindenberg und Andreas Heinz Und sozusagen, die Sprecher nach uns Andreas Fallgert hat bzw.
00:36:15: Martin Walter ist ja das wir eine Strukturförderung werden.
00:36:19: Man darf nicht vergessen, wir sind im Augenblick noch eine Projektfördering und ich glaube ganz wichtig wird es sein und daran arbeiten wir alle dass wir die Bevölkerung damit die Politiker überzeugen.
00:36:30: psychische Erkrankung zu beforschen ist eine lebenslange, eine Aufgabe die eben nicht nach zwölf oder sechzehn Jahren endet sondern immer weiter gehen kann.
00:36:40: Doch das sind so Hotspott würde ich mal sagen.
00:36:43: und du hast ja zwei Aspekte noch eingebracht.
00:36:47: also der Eine Das ist der Gesetzte wo wir sozusagen als sechs Zentren über Deutschland Aufgaben haben die auch zum Teil komplementär, zum Teil sozusagen ergänzend sind.
00:36:59: Und ich glaube das ist sozusagen die eine Herausforderung wo du ja gerade als Sprecher gefordert bist und das andere hast du glaube ich auch kurz angeteasert und ist dir ja auch wichtig.
00:37:08: wie kann das DZBG als eines der wiederum sechs oder sieben, dann anderen Zentren sozusagen mit den anderen Gesundheitszentren vor Ort.
00:37:21: Aber natürlich auch im Netz so interagieren, dass man nicht nur in seiner eigenen Säule unterwegs ist.
00:37:28: Absolut!
00:37:28: Na gut, wenn du das so angesprochen hast die sechs Zentren ja also Tübingen Berlin München Bochum Dann Halle Jena Magdeburg und Berlin und ich wollte eigentlich so anfangen.
00:37:47: Die sind ja, wie du richtig sagst die haben alle ihre Schwerpunkte.
00:37:50: also wenn du gerade berlin nennst also die ganze bpi-bewegung wenn man sozusagen bei euch sprich in typen nimmt ihr sehr elegant das thema Eton-Therapien, Stimulationsverfahren.
00:38:03: Einfach in den Vordergrund und damit auch sozusagen ein klares Motto.
00:38:08: Also bei uns war es dann ... Wir haben uns beworben mit Precision Mental Health Prime.
00:38:15: Das heißt jeder Standort hat glaube ich rausgearbeitet?
00:38:19: Ja was ist das aber?
00:38:21: Es gab ja diese schöne Vernetzungsphase wo die sechs Zentren miteinander ... Und da haben wir glaube ich ein gutes gemeinsames Konzept entwickelt Und das muss jetzt weiter verfeinert werden und tragen, damit man dann sagt okay was machen wir eigentlich nach zwanzig-dreißig?
00:38:36: Wir sind ja bis drei September dreißig verlängert.
00:38:40: Was ist die Perspektive?
00:38:41: Das ist das eine, dass andere ist, was du auch gesagt hast und das ist glaube ich ganz wichtig.
00:38:47: es gibt halt sechs etablierte Gesundheitszentren und sie existieren seit zehn plus Jahren Und jetzt gibt es zwei Neulinge.
00:38:56: Das ist das eine des Deutsche Zentrums für Kinder und Jugendlichen Gesundheit, also zum einen wie passen wir da rein?
00:39:05: Ich glaube, dass haben wir gezeigt in den letzten zweieinhalb Jahren, dass wir sehr gut reinpassen.
00:39:09: Das kann man bei den DZG-Tagen und so weiter sehen wo man sieht Wir sind mittlerweile Teil der Familie.
00:39:16: aber und das wird ganz wichtig sein ich glaube klar zu machen dass ohne die deutschen Gesundheitszentren inklusive des DZPGs eine innovative, translationale Forschung nicht denkbar ist.
00:39:32: Warum?
00:39:33: Das NUM wird ist und wird wichtig sein um große klinische Studien zu machen aber dann eher Phase IIB und III.
00:39:42: Aber wenn man mal überlegt wer ist es der die innovativen kreativen Studien entwickelt, die Mechanismen dafür vorhält.
00:39:52: Das ist im Endeffekt... das sind die deutschen Gesundheitszentren und warum braucht es sie?
00:39:58: Weil die Universitäten selber in der Vergangenheit haben so ihr Ding gemacht.
00:40:02: aber ich glaube diese Netze haben nochmal eine besondere Stärke.
00:40:05: da sind kann man ja vielleicht auch sagen wirklich zu dem Zeitpunkt die besten zusammengesetzt worden, zusammengestellt worden und ich finde das bringt einen enormen Mehrwert.
00:40:15: also wenn ich hier den Standort betrachte.
00:40:17: Also selbst Kritiker dieser DZPG-Idee sagen heute Wahnsinn!
00:40:23: Wir treffen uns einmal im Monat, wir hören was ihr alles macht.
00:40:29: Wir werden gezwungen zur Vernetzung in Visions und das hat eine ganz andere Atmosphäre kreiert aber natürlich auch den psychischen Erkrankungen und der Erforschung einen ganz anderen Stellenwert.
00:40:41: Und genau das Feedback kriegen wir ja national.
00:40:43: Dass man sagt oh Mensch wussten wir gar nicht.
00:40:45: Wussten gar nicht was da so alles läuft.
00:40:48: Ja?
00:40:49: Und ich sage mal was auch alles möglich ist.
00:40:51: Also insofern würde ich mal sagen, ist das DZPG aus meiner Sicht wirklich eine besondere Möglichkeit Forschung aber natürlich auch Verbesserungen, translationale Forschung, die sind drin sichtbar zu machen und deren Notwendigkeit auch klarzumachen.
00:41:07: Jetzt sind wir an einem schönen Punkt angelangt Peter Weil Das nächste größere Treffen ja bei euch in München sein wird Und vielleicht müsst du den Ball einfach auch noch mal fangen und dafür auch nochmal werben in unserer Community.
00:41:26: Ja,
00:41:27: sehr gerne zu kommen.
00:41:29: Also ich empfinde das auch wiederum als eine Auszeichnung gut.
00:41:32: Das ist zwar rotierend aber trotzdem ja dass wir in diesem Jahr vom neunten, zehnten, elften September das Jahrestreffen in München ausrichten können.
00:41:43: Wir haben natürlich geguckt zum einen neue Instrumente mitzubringen, um Wissen noch mal anders zu präsentieren.
00:41:53: Also ein Beispiel ist es wird Zymposia geben zu den drei Domänen und letztendlich zu dem Leuchtturm Rührerkennung und Frühintervention.
00:42:02: was sind die drei Domänen?
00:42:04: Drei Domäne sind einfach Risikofaktoren.
00:42:05: das zweite ist Adontherapien ja wo ihr drin seid und das dritte ist sozusagen Implementierung.
00:42:11: so um es einfach zu sagen Und da haben wir gesagt, bitte schickt uns Beiträge zu den Themen.
00:42:18: Aber nicht ganze Symposium.
00:42:20: und das Schöne ist... Wir haben, ich sage mal, vierzig Beiträge gekriegt und haben das sehr schön zu viel Symposium zusammenbringen können wo aus jedem Standort sozusagen etwas repräsentiert ist.
00:42:33: Das finde ich auch ganz wichtig unter der Idee was machen wir gemeinsam?
00:42:38: etwas Was Silvia mitgebracht hat in Bochum, waren die Werkstattgespräche, die ich sehr wichtig finde zu Themen, die in Entwicklung sind.
00:42:48: Wir werden die bekannten großen Poster, wir haben enorme Zahl an Poster zugeschickt bekommen auch am Standort also jeder kann zwanzig aufhängen.
00:42:58: Wir haben fast fünfzig bekommen jetzt in München und Augsburg, haben dann auch einen kompetitiven Effort.
00:43:05: Ich such die besten raus zu dem.
00:43:08: Und dann vielleicht ein anderes, es wird ein Game Jam, so ist es zumindest geplant wo nochmal die Interaktion zwischen Startups und uns.
00:43:18: denn die Startup suchen Profis und wir suchen natürlich die Nähe zum nächsten Schritt letztendlich zur Ausgründung usw.. Das ist im Planungen um im Endeffekt natürlich die Lust am Wissensaustausch, an der Wissenzgenerierung und so weiter dem auch in Raum zu geben.
00:43:36: Also das ist so inhaltlich ja?
00:43:39: Und vielleicht ein kleines Schmankerl wir werden einen schönen Abend im Deutschen Museum haben mit einer kleinen Fete im Anschluss und ich glaube es ist einfach schön dass wir uns präsentieren dürfen.
00:43:52: Das klingt super!
00:43:53: Ich glaube das ist wirklich Wichtige Nächsterknotenpunkt für die DZPG Community.
00:44:02: Peter, es hat Spaß gemacht mit dir zusammen zu sprechen über deine Vergangenheit aber auch über deiner, aber auch unsere Zukunft an der Stelle und von daher danke ich dir erstmal für das Gespräch heute noch ein schönes Wochenende.
00:44:19: Tschüss, vielen Dank!
00:44:20: Ich bedanke
00:44:20: mich bei dir für dieses angenehme Interview und auch ich wünsche dir sozusagen oder ich wünschte uns eine gute weitere Entwicklung unseres DZPGs und wünsche uns jetzt kurzfristiger ein schöntes Wochenende!
00:44:33: Tschüs lieber Stefan.
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